Was tun, wenn der Radiator undicht ist?!

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Was tun, wenn der Radiator undicht ist?!

Beitragvon MaTze » 2007-02-27, 15:33

Vielen mag diese Frage sicherlich fremd sein - doch wer etwas Pech hatte oder aus eigener Doofheit (wie bei mir ;) ) die Dichtigkeit seines Radiators aufs Spiel setzt, der weiss wohl was ich meine.

Vor einiger Zeit wurde mein neuer (gebrauchter) Radiator geliefert und musste natürlich auch montiert werden.
Da meine Schrauben zu gross bzw. die Löcher zu klein waren (irgendwas ist ja immer!) musste eine Bohrmaschine herhalten.
Wer mit 2 linken Händen (und nur Daumen) gesegnet oder aber bei "neuen Tätigkeiten" etwas ungeübt ist (was meiner Meinung nach normal ist), dem passiert schon schnell mal ein Missgeschick. So auch bei mir...

Hier ein Bild solch einer zu bearbeitenden Stelle:

Bild

Wie man sieht verläuft ein Stück hinter dem Loch gleich ein Rohr - Unglück vorprogrammiert! :P

Nun gut, ran ans Werk - also angefangen behutsam zu bohren... Aber es geht nicht vorwärts... Also etwas mehr Druck... Und schwubbs ist man durch - leider auch im Rohr gelandet (was mir in dem Moment garnicht aufgefallen ist, sondern erst beim Befüllen das Radiators)! Das Loch war schätzungsweise 2mm² gross.
Was tun? Erstmal im Internet belesen. Es gibt so einige Möglichkeit (Löten, kleben, mit "Knete" abdichten...) - Voraussetzung ist jedoch immer, dass die Stelle gut erreichbar ist (was bei mir aber nicht so ganz der Fall war - schließlich konnte ich nur durch das kleine Loch durchfummeln, von der Seite hat man die Beschädigung garnicht gesehen...).

Aus zuverlässiger Quelle (einer Autowerkstatt) habe ich dann Flüssigmetall erhalten. Kurz gesagt werden hierbei 2 Komponenten (aus der Tube) miteinandern vermischt und auf die zu bearbeitende Stelle aufgetragen - danach eine Zeit lang aushärten lassen und fertig.

Als erstes habe ich mir hierfür ein paar Wattestäbchen zurechtgeschnitten (Watte auf einer Seite abgeschnitten). Außerdem habe ich die "defekte" Stelle so gut wie möglich gereinigt.
Dann habe ich aus jeder Tube 2 Streifen (oder besser gesagt "Würste" ;) ) in etwas Abstand auf ein Blatt Papier aufgetragen, jedoch noch nicht miteinander verrührt. Im vermischten Zustand wird dieses Flüssigmetall nach etwa 5 Minuten so langsam hart - man hat also nicht sehr viel Zeit.
Ich hatte mir somit 2 Flüssigmetallmischungen "zurechtgelegt" (falls die erste Mischung schon zu hart ist konnte ich immernoch die zweite Mischung anrühren und damit arbeiten).

Dann gings ans Werk - die erste Mischung habe ich fertig gemacht (hat verrührt gestunken wie...) und mittels Wattestäbchen durch das kleine Loch auf das Rohr aufgetragen. Das Ganze war garnicht so einfach, das Flüssigmetall wollte nicht so richtig auf der Stelle halten... Irgendwie habe ich dann aber doch eine Schicht aufgetragen bekommen (und versucht auch etwas ins Loch zu schmieren) - wie erwartet wurde die Mischung schnell hart und liess sich kaum noch bearbeiten, dementsprechend hat man nun mehr abgezogen als aufgetragen. Da die aufgetragene Schicht aber meiner Meinung nach noch zu dünn war (schließlich herrscht im Betrieb doch etwas Druck im System) habe ich fix die zweite Mischung fertig gemacht und ebenfalls etwas aufgetragen - durch das kleine Loch war es eine ganz schöne Fummellei, aber machbar.

Soweit so gut - jetzt musste ich nur noch warten, bis das Flüssigmetall ausgehärtet ist (was so mindestens 4 Stunden dauern sollte, je nach Dicke der aufgetragenen Schicht bis zu 24 Stunden). Nach etwa 8 Stunden habe ich dann die Wasserkühlung befüllt und die Pumpe laufen gelassen - natürlich schön auf dem Küchentisch, falls es doch etwas nass werden sollte...
Nach 3 Stunden Laufzeit war immernoch kein Wasseraustritt an der reparierten Stelle sichtbar!

Hier natürlich noch ein Bild von der reparierten Stelle:

Bild


Die Reparatur ist nun fast einen Monat her - seitdem ist der Radiator dicht!

Also bei solch einem Missgeschick nicht verzagen (nicht gleich den Radiator in die Tonne werfen!). Je nach Erreichbarkeit der Stelle ist auch eine Reparatur möglich.
Im Baumarkt soll es wohl eine Art Knetmasse geben - diese wird erst eine Zeit lang geknetet und dann auf die undichte Stelle gedrückt, wird ordentlich warm und härtet dann aus - soll auch gut halten!

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